Geschichte darf nicht zum Randfach werden – Fachverbände fordern klare Stärkung des Schulfachs
Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD), die Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) sowie der Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands (VGD) haben sich in einer gemeinsamen Mitteilung entschieden für den Erhalt und die Stärkung des Schulfachs Geschichte ausgesprochen.
Angesichts aktueller Lehrplanentwicklungen und möglicher Kürzungen betonen die Verbände die zentrale Bedeutung historischen Lernens für Demokratiebildung, gesellschaftliche Orientierung und kritische Urteilsfähigkeit. Geschichtsunterricht vermittle nicht nur Wissen über Vergangenheit, sondern befähige junge Menschen dazu, Gegenwart und Zukunft reflektiert und verantwortungsvoll zu beurteilen.
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Berlin erscheint diese Position von besonderer Relevanz. Die zunehmende Marginalisierung des Faches Geschichte im Berliner Rahmenlehrplan wird mit Sorge betrachtet. Kritisiert werden insbesondere die mögliche Schwächung des Faches in der gymnasialen Oberstufe sowie der Verlust fachlicher Breite und historischer Tiefenschärfe. In einer Stadt, die in besonderer Weise durch Erinnerungskultur und historische Öffentlichkeit geprägt ist, kommt dem Geschichtsunterricht jedoch eine zentrale gesellschaftliche Bedeutung zu.
In einem gemeinsamen Schreiben haben die Fachverbände den Kultusministerien der Länder zudem ihre Unterstützung bei der Weiterentwicklung von Lehrplänen sowie bei fachlichen Anhörungen und Initiativen zur Stärkung des Schulfachs Geschichte angeboten.